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SReisen mit Handicap

Mallorca Mai 2017

Bekanntlich wird ja Mallorca als das 17. Bundesland bezeichnet und natürlich kennt auch jeder die üblichen Bilder einschlägiger Zeitungen und TV-Programme, in denen meist nur über den Sauftourismus berichtet wird. Dabei befindet sich Mallorca aktuell im Wandel und hat als beliebtestes Ferienziel der Deutschen weit mehr zu bieten als Partys, Bier und Gegröle. Schon vor einigen Jahren, bei unserem ersten Besuch waren wir sehr positiv überrascht und deshalb war es nur logisch, der Insel nochmals einen Besuch abzustatten. Die kurze Anreise (2 Stunden Flug), das milde Klima und die kurzen Wege auf der Insel, macht sie sicher nicht nur für uns so interessant.

Ganz Old School wollten wir im Reisebüro buchen. Unsere Wahl fiel auf das “Vell Marí Hotel & Resort” in Can Picafort, welches sich bei unserem letzten Mallorcabesuch als einigermaßen geeignet herausstellte. Leider bekamen wir von besagtem Hotel keine Antwort, ob ein rollstuhlgerechtes Apartment zur gewünschten Zeit, zur Verfügung stünde. Spontan recherchierten wir also im Internet nach einer Alternative, schließlich waren es nur noch 2 Wochen bis Abflug.

Das Hotel “Blau Punta Reina Resort” in Cala Mandia entsprach, laut Beschreibung, all unseren Bedürfnissen und Wünschen. Man reagierte auch sehr schnell auf die Anfrage des Reisebüros, bezüglich der Verfügbarkeit und Ausstattung. Sogar die Maße von Türen und Bad wurden uns mitgeteilt.  So buchten wir, 1 Woche mit Halbpension, Flug und Mietwagen, für einen unschlagbaren Preis.

Voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg zum Flughafen Erfurt/Weimar. Dieser ist für Rollstuhlfahrer sehr angenehm, weil sehr überschaubar. Sobald man die Eingangshalle betritt, steht man auch schon vor dem Check-in. Eine Etage höher gelangt man durch den Zoll zu den Gates, auch davon gibt es hier nur 4 Stück. Für Rollstuhlfahrer gibt es keinerlei Probleme, Toiletten sind ausreichend vorhanden und mit dem EURO-Schlüssel zu öffnen. Das Parken geht  bequem im Parkhaus und ist zudem noch gratis! Nach dem Urlaub einfach mit dem Parkticket zur Info und entwerten lassen, ich finde, ein toller Service und nicht selbstverständlich in Deutschland.

Bei Sonnenaufgang landeten wir in Palma. Nachdem wir unsere Koffer am Gepäckband abgeholte hatten, ging es auf den Weg zum Mietwagenshuttle Richtung Ausgang.  Generell kann ich Euch nur empfehlen, darauf zu achten, dass die Mietwagenfirma nicht außerhalb des Terminals liegt. Die Shuttlebusse sind normale Kleinbusse und nicht für Rollstuhlfahrer geeignet. Allerdings hatte ich Glück, dass mir 2 kräftige Männer unter die Arme griffen und ich Ruck-Zuck im Bus saß. Nachdem wir alle Formalitäten bezüglich des Mietwagens erledigt hatten, fuhren wir dank unseres Navis, völlig entspannt Richtung Westküste,an die Cala Mandia.

Eindrücke vom Hotel "Blau Punta Reina Spa & Resort"


Das Hotel - rollstuhlgerecht ist nicht gleich rollstuhlgerecht.

Oder anders gesagt, jedes Land und Hotel setzt da wohl andere Maßstäbe an. Nach knapp 45 Minuten Fahrzeit,mit dem Mietwagen ab Palma, erreichten wir unser Hotel. Leicht auf einer Anhöhe liegend, machte es auf den ersten Blick, einen guten Eindruck. Gepflegtes Äußeres und vor allem, keine Bettenburg wie man es sonst von manchen Gegenden kennt. Was mir allerdings gleich auffiel, es gab keinen ausgewiesenen Parkplatz für Rollstuhlfahrer. Hinzu kam, dass es vom Parkplatz zum Hotel einen Bordstein gab, der nirgends abgeflacht war. Für alleinreisende Rollifahrer wäre hier schon Schluss gewesen. Zur Lobby kam man über Treppen oder über eine ziemlich stark abfallende Schräge. Hier war ich für`s Erste schon bedient, allerdings wollte ich dem Hotel eine Chance geben.

Da wir schon recht früh am Hotel ankamen, bat man uns um etwas Geduld, da das Zimmer noch nicht bezugsfertig war. Gegen 11 Uhr war es dann soweit. Auf den ersten Blick alles ordentlich und sauber, aber recht klein. Auf den zweiten Blick entpuppte sich das Zimmer doch irgendwo als “Katastrophe”. Auf dem Weg zur Terrasse musste man aufpassen, dass man mit dem Rolli (68cm breit) nicht zwischen Bett und Fernsehschrank stecken blieb, Wenden im Zimmer war nicht möglich, man musste immer ziemlich rangieren. Das Bad machte eine ordentlichen Eindruck. Das Waschbecken war wie angegeben unterfahrbar und die Dusche mit einem klappbaren Duschsitz ausgestattet. So weit so gut dachte ich mir, immerhin fahre ich in den Urlaub, um was von Land und Leuten zu sehen und das Zimmer dient dabei lediglich zum schlafen.

Dann kam es zum ersten Test des Inventars im Bad und ich muss sagen, ich war schockiert. Die Toilette hatte zwar eine gute Höhe, was auch nicht selbstverständlich ist, allerdings hatten die Haltegriffe ihren Namen nicht verdient. Normalerweise bin ich nicht auf solche Griffe angewiesen, aber wenn sie schon mal da sind, benutze ich sie auch. Gesagt getan und was musste ich feststellen, auf beiden Seiten gaben die Dübel nach, mit dem die Griffe in der Wand befestigt waren.

Als nächstes kam die Dusche an die Reihe. Duschhocker runtergeklappt und rübergesetz. Was sich jetzt auch für mich recht spaßig anhört, hätte auch ganz anders enden können. Ich saß keine Sekunde auf dem Duschhocker, denn der Fuß rutsche einfach weg und ich lag im Duschbecken. Bis auf eine leichte Prellung, die nach 2 Tage wieder weg war, ist mir zum Glück nichts passiert. Der Fuß des Duschhockers ließ sich einfach nicht feststellen. Ich frage mich ernsthaft wer so etwas plant. Alternativ nahm ich während meines Aufenthaltes dann einfach einen Stuhl aus dem Zimmer, das war sicherer und bequemer.

Das eigentlich schöne Hotelgelände war leider sehr hügelig. Auch hier sei gesagt, ich bin weitestgehend selbständig und in guter körperlicher Verfassung, aber ohne Hilfe hätte ich die meisten Wege nicht nutzen können und als Alleinreisender wäre man hier auf ziemlich verlorenen Posten.

Schade war auch, dass es sich bei dem riesigen Speisesaal um einen geschlossenen Raum handelte, daher war es zu den Stoßzeiten sehr laut. Eine Möglichkeit zum draußen Sitzen gab es nur an der Bar im Poolbereich, jedoch gab es hier nur “Flüssiges”.

Bilder vom Zimmer.  Duschhocker, der sich nicht feststellen lässt.  WC-Haltegriffe, bei denen die Dübel nachgaben.


Fazit zum Hotel.

Das Hotel besticht durch ein sehr schönes Ambiente. Die Anlage und die 3 großen Pools, wovon einer sogar einen Lifter besaß, waren top gepflegt und durch das wunderbare Wetter hatte man schon ein super Urlaubsfeeling. Allerdings bleibt festzuhalten, dass dieses Hotel definitiv nicht rollstuhlgerecht ist. Unser Zimmer machte auf mich den Eindruck, als ob man ein normales Standardzimmer einfach nur etwas umgebaut hatte, um eine rollstuhlgerechtes Zimmer im Portfolio zu haben.

Aus besagten Gründen werde ich diesem Haus keinen weiteren Besuch abstatten.


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