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SReisen mit Handicap

Wildpark Tambach – unter Wölfen und Luchsen.

Auch auf die Gefahr hin, dass es an Pfingsten recht voll sein könnte, bot es sich aufgrund der Wetters förmlich an, einen Ausflug in einen umliegenden Wildpark zu machen. Es war weder zu warm noch zu kalt, eben die perfekte Bedingungen, um die heimische Tierwelt in ihrer weitestgehend natürlichen Umgebung zu beobachten. Auf telefonische Nachfrage, ob der Wildpark auch für Rollstuhlfahrer geeignet sei, welche die freundliche Dame am Telefon bejahte, stand unserem Ausflug nichts mehr im Wege.

Knapp 10 Minuten südlich von Coburg, über die A73 kommend, gelangt man recht problemlos über die B303 zur Schlossallee in Weitramsdorf. Parkplätze, darunter auch 2 für Rollstuhlfahrer, stehen reichlich zur Verfügung. Die 7€ ermäßigten Eintritt empfand ich anfangs etwas überteuert, wenn man bedenkt, was die “großen” Tierparks an Eintritt aufrufen, aber da der Park in privatem Besitz ist und das Geld, so hoffe ich den Tieren zugute kommt, ist es durchaus verständlich.

Der 50 Hektar große Schlosspark ist seit 1806 Wohnsitz der Grafen zu Ortenburg. Ab 1970 begann der Graf in den Schlosspark einen Wildpark zu integrieren, ohne die Geschichte und das Gesicht des Parks zu verändern, dies ist ihm meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Neben zahlreichen Bachläufen, Teichen und den alten Baumbeständen, hat man von vielen Punkten des Parks einen schönen Blick auf das Schloss.Neben der tollen Flora, steht natürlich die Fauna des Parks im Mittelpunkt, welche für die Besucher über zwei Rundwege zu bestaunen sind. Laut Auskunft ist leider nur der kleinere der beiden Rundwege für Rollstuhlfahrer geeignet. -->> Plan des Wildparks.

Unsere erste Anlaufstelle im Park, war die Greifvogelshow der heimischen Falknerei (hier befindet sich auch ein barrierefreies WC). Neben den vielen Infos über die Aufzucht, das Leben und Jagen der Falken, Geier oder Adler, welche teils sehr amüsant vermittelt wurden, durfte man natürlich auch ihre akrobatischen Flugkünste bewundern. Weiter ging es über den kleinen Rundweg, vorbei an Rotwild, Waschbären und Fischottern. Die Wege waren zwar alle flach und recht breit, allerdings erwies sich der Untergrund nicht gerade als ideal für die kleinen Räder des Rollstuhls, denn aus den natürlichen Wegen ragten hin und wieder mal kleinere oder größere Steine aus dem Boden.

Unbefriedigend für mich persönlich, war auch, dass einem auf der kleinen Runde die Gehege von Luchsen, Wölfen und Wildschweinen verwehrt blieben. So entschlossen wir uns, auch auf eigene Gefahr hin, den großen Rundweg in Angriff zu nehmen, was sich am Ende als gute Entscheidung herausstellte. Wenn man als Rollifahrer in guter körperlicher Verfassung ist und eine Begleitung an seiner Seite weiß, ist auch der große Rundweg, trotz seiner zahlreichen Steigungen und abfallenden Wege, kein Problem. Alleine sollte man es aber auf alle Fälle vermeiden. Beeindruckt war ich von den doch recht großen und naturbelassenen Gehegen für die Wildtiere, im Vergleich zu normalen Zoos ein Eldorado. Die Tiere haben hier definitiv ausreichend Platz, um sich auch mal von den Besuchern zurückzuziehen.


Fazit: Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Wildpark Tambach eine Reise wert ist. Die Natur, die Pflanzen und die Tiere sind einfach beeindruckend. Allerdings sollte man sich als Rollstuhlfahrer auf nicht ganz optimale Bedingungen einstellen. Die knapp 3 Stunden auf sehr holprigen Untergrund spürte mein Rücken doch deutlich.